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INKA FRIEDRICH - Schauspielerin

Schauspiel-Agentur: Myriam Vollbrandt, players

Inka Friedrich ist als Schauspielerin vor der Kamera ebenso zu Hause wie auf der Bühne. Nach ihrem Schauspielstudium an der Hochschule der Künste in Berlin zog es sie zunächst nach Basel, wo sie, von Frank Baumbauer als festes Ensemblemitglied engagiert, am Theater Basel erste Erfolge feierte. So wurde sie für Ihre schauspielerische Leistung in Kleists „Käthchen von Heilbronn“ unter der Regie von Cesare Lievi 1990 von Magazin Theater heute zur Nachwuchsschauspielerin des Jahres gewählt. Mit Frank Baumbauer wechselte sie, ebenfalls als festes Ensemblemitglied, an das Schauspielhaus nach Hamburg, wo sie vier Jahre blieb. Seitdem hat sie dem Theater weiterhin nie ganz den Rücken gekehrt und hatte zahlreiche Engagements auf den großen Bühnen in Zürich, Wien und Berlin. Sie arbeitete mit Jossi Wieler für „Ein Sommernachtstraum“, mit Christoph Marthaler für „Faust I + II“, mit Frank Castorf für „Raststätte oder sie machen’s alle“. Barbara Frey inszeniert mit Inka Friedrich „Das kunstseidene Mädchen“ und für Andrea Breth stand sie für „Onkel Wanja“ auf der Bühne.

Nach einigen Fernseharbeiten, wie z.B. der Aussiedler-Geschichte „Nadjas Heimkehr in die Fremde“ (1994), für die sie an der Seite von Ulrich Mühe und unter der Regie von Thorsten Näter vor der Kamera stand, gab Inka Friedrich ihr Kinodebüt unter der Regie von Andreas Dresen in dem hochgelobten und mehrfach ausgezeichneten Film WILLENBROCK (2005) an der Seite von Axel Prahl. Dresen, der Inka Friedrich auf der Bühne in Berlin für sich entdeckte, besetzte sie gleich danach erneut in der an der Kinokasse wie in der Filmkritik äußerst erfolgreichen Dramödie SOMMER VORM BALKON (2006). Der Film wurde mit zahlreichen Preisen geehrt und sechs Mal für den Deutschen Filmpreis nominiert, darunter Inka Friedrich als beste weibliche Darstellerin. Und nicht zuletzt besetzte Dresen sie bei seiner eigenen Theaterregie des Ödön von Horváth-Stücks „Kasimir und Karoline“ im Deutsche Theater als Karoline. Inka Friedrich trat in zahlreichen Folgen der „Tatort“-Reihe auf, darunter z.B. in einer besonders skurrilen mit Highheels „bewaffneten“ Kommissarinnen-Rolle in Roland Suso Richters „Tatort: Schwarze Tiger, weisse Löwen“ (2011). Mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Prix Europa und einer Nominierung für den Emmy Award, wurde das Familiendrama „Die Mauer ‚61“, in dem Inka Friedrich an der Seite von Heino Ferch und Iris Berben zu sehen ist. Mit dem Marler Medienpreis für Menschenrechte, den Amnesty International vergibt, und zahlreichen weiteren Preisen wurde Dror Zahavis „Kehrtwende“ (2012) geehrt. Inka Friedrich, die in diesem Film ein Opfer häuslicher Gewalt verkörperte wurde für ihre bewegende Darstellung vom Bundesverband für Regie mit dem Metropolis Preis ausgezeichnet.

Mit den weit über 50 Filmrollen, die Inka Friedrich bisher übernommen hat, zeigt sich eine ausgesprochene Bandbreite ihrer Figuren und deren Interpretation: Ob in Kai Wessels mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichneter Echtzeit-Serie „Zeit der Helden“ (2013), in der sie eine erfolgreiche und kinderlose Geschäftsfrau in der Midlife Crisis an der Seite von Thomas Loibl spielt, oder ihre Darstellung als Mutter in der düsteren Kriminalgeschichte „Im Namen meines Sohnes“ (2015, Regie: Damir Lukačević) oder in der Rolle der einzigen erwachsenen Vertrauten im Coming-of-Age-Drama DIE MITTE DER WELT (2015, Regie: Jakob M. Erwa); ob in einer kantigen, holzschnittartigen Spielweise in Arto Sebastian Buhmanns Abschlussfilm SCHNEEBLIND (2016), in dem sie in ihrem Heimat-Dialekt Allemanisch spielen konnte, oder als komplett versnobte Society-Lady in Boris Kunz‘ „Labaule & Erben“, man gewinnt immer wieder den Eindruck, dass Inka Friedrichs Spieltrieb und variantenreiches Können keine Grenzen kennt.

Zuletzt war sie auf der großen Leinwand in einem Gastauftritt in André Erkaus Drama GOTT, DU KANNST EIN ARSCH SEIN! als Ärztin und im Fernsehen in „Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution“ (2021, Regie: Andy Fetscher), einem Film, der die Vorgeschichte der Montagsdemonstrationen, die schließlich zum Fall der Berliner Mauer geführt haben, erzählt, sowie der vielbeachteten Serie „Der Palast“ von Uli Edel über ein Zwillingspaar, das gleich nach der Geburt durch die deutsche Teilung getrennt wurde und dann in den 80er Jahren zufällig aufeinander trifft.

Zu den bereits erwarteten Filmen mit Inka Friedrich in einer der tragenden Rollen zählt der Fernsehfilm „Zurück auf’s Eis“ von Hanno Olderdissen, eine Geschichte über eine alleinerziehende Polizistin und das sehr aktuelle Thema des „Empty nest“-Syndroms sowie dem von dem österreichischen Regisseur Michael Kreihsl inszenierten Beziehungs-Kammerspiel VON RISIKEN UND NEBENWIRKUNGEN, der auf dem Theaterstück „Die Niere“ basiert. Inka Friedrich spielt eine Pilates-Lehrerin, die mit ihrem Mann, gespielt von Samuel Finzi, in eine tiefe Beziehungskrise gerät über die Frage, ob er ihr eine seiner Nieren spenden würde. Der Kinostart ist für Sommer 2022 in Planung. Außerdem steht darüber hinaus der Kinostart des absurden Dramas BLACK BOX von Asli Özge bevor, in dem es um eine Gruppe von Menschen geht, die von der Polizei in ihrem MIetshaus festgehalten werden, ohne dass man ihnen sagt, warum.